Über Ruhepausen, die Mütter wieder zu sich bringen
Es gibt Phasen, da reiht sich Aufgabe an Aufgabe.
Der Alltag läuft, die Kinder brauchen etwas, irgendwo wartet noch etwas Unerledigtes.
Man arbeitet sich durch Listen, tröstet sich damit, dass sie irgendwann kürzer werden, und hofft, dass danach endlich wieder Raum entsteht.
Manchmal merke ich erst, wie viel ich eigentlich trage, wenn ich kurz innehalte.
Wenn ich mir vorstelle, nichts zu tun.
Nicht zu planen.
Nicht zu funktionieren.
Allein diese Vorstellung zeigt mir, wie sehr ich Ruhe gerade bräuchte.
Denn keine Pausen zu machen heisst nicht, „stark“ zu sein.
Es heisst oft, sich selbst zu übergehen.
Und irgendwann sind wir müde, überreizt, innerlich leer.
Dann sind wir nicht wirklich da, weder für uns selbst noch für die Menschen, die wir lieben.
Ruhe ist kein Stillstand
Gerade als Mutter ist Ruhe oft das Erste, das wir streichen.
Wir halten durch.
Wir organisieren.
Wir sind zuständig.
Doch wenn wir uns erlauben, wirklich auszuruhen, geschieht etwas Wesentliches.
- Wir gewinnen Klarheit.
- Geduld.
- Weite im Denken.
- Und eine andere Qualität von Präsenz.
Ausgeruht zu sein bedeutet nicht, „weniger“ zu geben.
Es bedeutet, aus einer tieferen Quelle zu schöpfen.
Viele von uns tragen unbewusste Glaubenssätze in sich.
Dass wir antriebslos werden, wenn wir uns ausruhen.
Dass wir Kontrolle verlieren.
Dass wir andere enttäuschen könnten.
Vielleicht kennst du diese Stimmen auch.
Die weise Frau in dir
In dir lebt eine weise Frau.
Eine, die das Muttersein kennt.
Die weiss, wie es ist, Verantwortung zu tragen, präsent zu sein, zu halten, oft auch über die eigenen Grenzen hinaus.
Vielleicht magst du dir diese Frau einmal vorstellen.
Wie sieht sie aus
Wo ist sie
Wie fühlt sich ihre Nähe an
Vielleicht sitzt sie ruhig neben dir.
Vielleicht steht sie hinter dir und legt dir eine Hand auf die Schulter.
Sie hat Zeit.
Sie drängt nicht.
Sie meint es gut mit dir.
Diese weise Frau kennt deine Tage.
Sie weiss, wie wenig Raum du dir oft gönnst.
Sie kennt deine Gründe, warum Ruhe im Alltag so schnell nach hinten rutscht.
Und sie verurteilt dich dafür nicht.
Lass sie jetzt einmal zu Wort kommen.
Nicht laut.
Nicht belehrend.
Sondern leise, von innen.
Was würde sie dir über Ruhe sagen
Über Pausen
Über das, was du gerade brauchst
Vielleicht ist es kein Ratschlag.
Vielleicht ist es eher ein Erinnern.
Kleine Inseln der Ruhe im Alltag
Aus diesem inneren Lauschen heraus darf es ganz praktisch werden.
Nicht gross.
Nicht perfekt.
Ruhe beginnt oft in unscheinbaren Momenten:
- Ein Atemzug, den du bewusst zu Ende kommen lässt.
- Ein kurzer Moment der Stille, bevor du mit dem Essen beginnst.
- Ein paar Sekunden zwischen zwei Aufgaben, in denen du nichts tust.
- Eine Minute am Tag, in der du einfach sitzt und da bist.
Nicht um etwas zu erreichen.
Sondern um bei dir anzukommen.
Vielleicht kannst du dir auch Zeiten erlauben, in denen du wirklich abschaltest.
Nicht verfügbar bist.
Nicht zuständig.
Nicht verantwortlich.
In die Ruhe hinein sinken
Und wenn du dich ausruhst, dann wirklich.
Nicht halb.
Nicht mit schlechtem Gewissen.
Lass das angenehme Gefühl der Entspannung in dich einsinken.
So, als würdest du unter einer warmen Dusche stehen,
und das Wasser spült alles Schwere von dir ab,
langsam, ohne Eile.
Deine Schultern werden weicher.
Der Atem wird ruhiger.
Aus solchen Momenten entsteht etwas, das wir im Alltag oft verlieren.
Eine stille Verbundenheit mit uns selbst.
Ruhe ist kein Luxus.
Sie ist eine Erinnerung daran, wer du bist,
wenn du nicht funktionieren musst.
Was sagt die weise Frau in dir gerade darüber,
was du jetzt, in diesem Moment, brauchst?
Magst du ihr einen Moment zuhören?
Von Herzen, Franziska